
In Brasilien, dem weltweit größten Ethanolproduzenten, wird Ethanol als Kraftstoff seit über 30 Jahren verwendet. Zwei drittel aller dortigen Neuzulassungen sind so genante Flexfueler (FFV), die mit Benzin oder reinem Ethanol, in welcher Mischung auch immer, fahren können. Der Rest der brasilianischen Pkws fährt mit Benzin dem zwischen 20-24% Alkohol beigemischt wird. Die deutsche Automobilindustrie ist weltweit führend in der Produktion von FFVs, deren Marktanteil in Brasilien bei 60 Prozent liegt.
Dem Beispiel Brasiliens sind die USA gefolgt, die bereits über 20 verschiedene bivalente Fahrzeugmodelle anbieten und E85 in zahlreichen Bundesstaaten bereit stellen. Die USA sind weltweit der zweitgrößte Ethanolproduzent. Selbstverständlich erhalten Sie auch dort eine C- oder E-Klasse von Mercedes-Benz als FFV. Interessant ist, dass dem Benzin in vielen Bundesstaaten 10% Ethanol beigemischt wird. Herstellerfreigaben aller führenden Kraftfahrzeughersteller und Motorenhersteller liegen seit Jahren vor.
Auf unserem Kontinent sind die Schweden seit über 10 Jahren Vorreiter, die bereits über ein dichtes E85-Tankstellennetz mit mehr als 400 Tankstellen verfügen. Ford, Saab und Volvo bieten dort verschiedene Fahrzeug-Modelle als FFV an. Außerdem wird dort das Benzin mit Ethanol geblendet. Aus diesem Grund sind die Schweden in Europa führend im Ethanolverbrauch. Schweden hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 unabhängig von mineralischen Kraftstoffen zu werden.
Download: "5 Legenden der Bioenergiepolitik" von Marko Mühlstein, MdB
Die deutsche Bundesregierung gab sich ebenfalls in einer internationalen Vorreiterrolle und wollte die EU-Vorgaben einer 5,75-prozentigen Verwendung regenerativer Kraftstoffe bis 2010 sogar übertreffen. So sollten bereits ab 2009 10% Ethanol zum herkömmlichen Normal- bzw. Superbenzin beigemischt werden ("E10"). Der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gab 2008 allerdings dem Drängen der Fahrzeugimporteure nach, wonach die meisten Importfahrzeuge angeblich nicht für E10 geeignet seien, und legte die Pläne für E10 auf Eis. Ende 2010 soll E10 nun aber endgültig auf den Markt kommen. Aktuelle Informationen zur Entwocklung rund um E10 finden Sie auch in unserem News-Blog.
Trotz der Steuerbefreiung von E85 (bis 2015) liegt die Energiesteuer (2008) bei ca. 10,5 Cent per Liter. Die Zulassung von öffentlichen E85-Tankanlagen stößt zur Zeit noch auf genehmigungstechnische Hemmnisse. Die Bundesregierung bemüht sich jedoch darum, Erleichterungen zu schaffen.
Weitere Informationen sind ausführlich im Internet nachzulesen.
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